Jahr 1952 - 1973
Chronik des "Vereins Deutscher Färber e.V" (VDF)

Gesellschaftliche Zusammenkünfte
So verfügte der Verein Deutscher Färber mit dem Sitz in Mönchengladbach nach und nach über rund 2000 Mitglieder und Förderer. Unter der tatkräftigen Leitung von Eugen Seeger hat die Mitgliederzahl ständig zugenommen. Die einzelnen Bezirksgruppen trugen dem eigentlichen Charakter des Vereins als einem technisch-wissenschaftlichen Fachverband durch regelmäßige Veranstaltungen von Vorträgen, Diskussionsabenden und Besichtigungsfahrten immer mehr Rechnung. Der Schulung des Nachwuchses wird durch Einladung der jungen Kollegen und Studierenden der Ingenieurschulen zu Vortragsabenden und festlichen Veranstaltungen mannigfaltiger Art besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Farben- und Hilfsmittelfabriken stellen in großzügiger Weise ihre Fachleute für Referate auf dem Gesamtgebiet der Textilveredlung zur Verfügung, wodurch die Mitglieder über alles Neue in der Textilveredlung ausreichend und rechtzeitig orientiert werden.

Wiederbeginn 1951 in Konstanz
Nach 16 Färbertagen des alten Vereins, von denen genau die Hälfte in den Industrieorten des östlichen Deutschlands abgehalten wurden, fand der erste der Nachkriegszeit unter großer Beteiligung vom 15. bis 17. Juni 1951 in Konstanz am Bodensee statt. Die Organisation dieses großen Färbertreffens bot ungeahnte Schwierigkeiten, die aber durch den tatkräftigen Einsatz der Gruppe Württemberg-Nord, insbesondere der Kollegen W. Fuchs und H Merbold, erfolgreich gemeistert wurden. Es folgten die Färbertage in Neustadt an der Weinstraße vom 13. bis 16. Juni 1953 und in Wuppertal vom 10. bis 13. Juni 1955.

Der vom 12. bis 16. Juli 1956 in Augsburg ausgerichtete Jubiläums-Färbertag war durch mehrere für das Vereinsleben bemerkenswerte Begebenheiten besonders gekennzeichnet. Hier wurde endgültig zum 26. Juli 1956 die bereits vorher erwähnte Löschung des alten Vereins beschlossen und dessen langjähriger 1. Vorsitzender Otto Schaffrath wegen seiner Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Zur gleichen Zeit übernahm Heinrich Müller den zur Entlastung des 1. Vorsitzenden neugeschaffenen und mit der Führung der Kassengeschäfte gekoppelten 2. Vorsitz im Hauptverein. Außerdem wurde die seit Februar 1952 für das Hauptsekretariat tätige, bewährte Frau Gertrud Peters in ihrem Amt bestätigt und der Geschäftsstelle in Düsseldorf als Sekretärin zugeteilt.

Abschied von Eugen Seeger
Auch die Färbertage der nachfolgenden Jahre überboten sich geradezu in der Zahl der Teilnehmer und der geschickten Aufstellung ausgezeichneter Programme, so dass wegen der Unterbringung von meist weit über 1000 Angemeldeten nur Tagungsorte gewählt werden konnten, die für sich oder in der nächsten Umgebung mindestens 1000 Betten zur Verfugung stellen konnten. Alle Schwierigkeiten wurden aber dank dem rührigen Einsatz der zuständigen Organisationskomitees behoben, so dass der Ablauf der Tagungen vielfach als geradezu glanzvoll bezeichnet werden konnte.

Man kann ohne Übertreibung sagen, dass die zweite Periode der großen Färbervereinigung in der westdeutschen Bundesrepublik eine außerordentlich erfreuliche Entwicklung nahm - als Ende 1958 plötzlich und unerwartet der 1. Vorsitzende des Gesamtvereins, Eugen Seeger, starb. Der Hauptvorstand, alle Verbände der einzelnen Bezirksgruppen und eine fast unübersehbare Zahl von Färbern und Freunden gaben kurz vor Allerheiligen dem Toten das letzte Geleit zu seiner Ruhestätte auf dem alten Friedhof in Rheydt.

Neue Impulse: Heinrich Müller - Dr. Max Kehren
Trotz des schweren Verlustes durch das allzu plötzliche Ausscheiden des 1. Vorsitzenden aus seinem Amt musste die Vereinsarbeit weitergehen. Nachdem der 2. Vorsitzende, Heinrich Müller, den ihm angebotenen 1. Vorsitz aus beruflichen Rücksichten nicht annahm, den 2. Vorsitz aber behalten wollte, trat man auf Initiative des Geschäftsführers Dr. Möller-Klepzig und mehrerer Herren der Farbenindustrie an den an der Textilingenieurschule und in der ihr angeschlossenen Textilprüfanstalt zu Mönchengladbach langjährig tätigen Herrn Dr. Max Kehren heran. Nach anfänglichem Zögern erklärte sich dieser dann auch zur Übernahme des 1. Vorsitzes im Hauptvorstand unter der Bedingung bereit, dass bis zu seiner Wahl und seinem Eintritt in den Vorstand der 2. Vorsitzende Heinrich Müller den so schnell verwaisten Posten versehen sollte. Auf der Delegiertentagung in Wiesbaden 1959 wurde Dr. Kehren einstimmig gewählt und übernahm am 1. März 1960 aus den Händen Heinrich Müllers die Leitung des in der Zwischenzeit von ihm vorbildlich geführten Vereins Deutscher Färber mit einer Mitgliederzahl von 1800.

 

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